WMOC – 2026 in Rzeszow/Polen

Wappen der Stadt Rzeszow
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind sondern findet auch die WMOC (World Masters Orienteering Championships), allgemein auch als die Veteranen- oder Senioren-Weltmeisterschaften bezeichnet, statt.
In diesem Jahr war der Austragungsort die im Karpatenvorland, d.h. im Südosten von Polen gelegene Stadt Rzeszow. Rzeszow liegt ca. 90km von der ukrainischen und 100km von der slovakischen Grenze entfernt.

Marktplatz der Stadt Rzeszow
Vom 7. – 14. August wurden die „World Masters“ in den Altersklassen von H/D35 bis D90 bzw. H95 ausgetragen, wobei es interessanterweise bei den 90-jährigen Herren noch 14 Starter (!!) und in der H95 sogar noch 2 Läufer gab, die um den Titel liefen.
Insgesamt fanden ca. 2.600 Orientierungsläufer/-innen aus 42 Nationen den Weg nach Rzeszow. Deutschland war mit 46 Läufer und Läuferinnen vertreten, die stärkste teilnehmende Nation mit 390 OL’ern war wenig überraschend Schweden, gefolgt von Finnland (335) und Norwegen (281). Das kleinste Teilnehmerkontigent waren Kanada und Argentinien mit nur jeweils einer Meldung. Erwähnenswert ist, dass parallel zur WMOC für nicht-Veteranen-Läufer (Kinder, Jugendliche, H/D21 Läufer/-innen) ein 5-Etappen-OL, der AZYMUT-Cup, angeboten wurde. Hier starten rund 200 Teilnehmer, wobei die Läufe auf den gleichen Karten, wie die WMOC stattfanden.
Bei sehr sommerlichen Temperaturen von ca. 30°C starteten die Wettkämpfe am Samstag, am 8. August mit dem Qualifikationslauf im Sprint. Dieser Lauf wurde ca. 30km von Rzeszow in dem kleinen Städtchen Przeworsk durchgeführt. Der Sprint war nicht sonderlich herausfordernd und so wurden kleinste O-Fehler sofort bestraft. So reichte es für Silvia Nolte (D55) und Christian Nolte (H60) nur zur Qualifikation für das B-Finale am folgenden Tag.
Das Sprint-Finale fand dann im historischen Zentrum von Rzeszow statt, die Strecken waren an diesem Tag wesentlich anspruchsvoller und es gab durch künstliche, auf der Karte mit violetter Farbe markierten Sperrungen, immer wieder herausfordernde Routenwahlentscheidungen. Für Silvia Nolte reichte es im B-Finale (D55) zu einem guten 15. Platz.

Der Montag nach dem Sprint-Finale war als Ruhetag geplant, wer sich allerdings auf die Mitteldistanzläufe vorbereiten wollte und noch genügend Energie in den Beinen verspürte, konnte an dem Model-Event teilnehmen. Aus meiner Sicht hatte im Nachhinein betrachtet dieser Wald keine Vergleichbarkeit mit dem Wald für die Mitteldistanz-Qualifikation und dem Finale.
Für die Teilnahme zur Mitteldistanz-Qualifikation mussten wir ca. 45 Min. Anreise mit dem Auto einplanen. Der Wald war im wesentlich ein Buchenwald, mit wechselnder Belaufbarkeit und im Zielgebiet mit einem leichten Höhenzug, vergleichbar mit unseren Wäldern in der holsteinischen Schweiz. Eigentlich hätte uns dieser Wald sehr entgegen kommen sollen, aber wenn man, wie der Schreiber dieses Artikels, weder seinem Kompass noch der Karte nicht vertraut und es besser zu wissen glaubt, kann man schon einmal sehr „blöd“ im Wald stehen, wie geschehen. So reichte es für mich, Christian Nolte, nur wieder für das B-Finale in der Mitteldistanz. Für Silvia Nolte reichte es trotz Fehler, aber einer Energieleistung am Ende der Strecke noch zur Qualifikation für das A-Finale in D55.
Das Finale der Mitteldistanz (gleichzeitig die Qualifikation zum Langdistanzfinale) wurde im gleichen Wald, wie die Mitteldistanz-Qualifikation ausgetragen. Da im Finale jedoch ein anderer Waldabschnitt genutzt wurde, war der Charakter ein ganz anderer (s. Karte):

D55 – A-Finale
Letztlich erreichte Silvia Nolte mit Platz 39 einen Platz im Mittelfeld und damit auch die Qualifikation für das A-Finale in der Langdistanz.
Nach einem weiteren Ruhetag, oder wer immer noch Energie in den Beinen verspürte, der konnte wieder an einem Model-Event teilnehmen, wobei dieser Wald tatsächlich dem Wald im A-Finale der WMOC sehr ähnlich war. Ein sehr differenziertes Höhenlinienbild mit z.T. tiefen Grabeneinschnitten und wechselndem, dichtem Bewuchs. Der sicherlich herausforderndste Wettkampf dieser WMOC (siehe nachfolgenden Kartenausschnitt). P.S.: Äquidistanz = 5m

Sorgfältige Routenwahlplanung und Feinorientierung waren gefragt. Die Lesbarkeit der Karten war sehr gut und der Maßstab 1:7.500 sehr hilfreich, um die Kartendetails zu erkennen. Letztlich reichte es für Christian Nolte in H60-B zu einem guten 27. Platz.
Einen herausragenden Erfolg auf deutscher Seite konnte Helmut Conrad von der USV TU Dresden erringen. In der Altersklasse H85 konnte er souverän alle 3 A-Finale gewinnen!!
So wie das Christuskind wieder kommen wird, so findet auch die nächste WMOC 2027 statt. In diesem Fall ist eine Anreise per Auto, Bahn oder Bus allerdings schwierig, da diese im Mai in Japan stattfinden wird.
Der Austragungsort der WMOC 2028 ist auch schon vergeben und wird dann wieder etwas näher an Europa liegen, nämlich in Antalya in der Türkei.
Bericht: Christian Nolte
