Kinder und Jugendtrainingslager im Forst Salem am 5./6. September
Als Vorbereitung auf den JLVK (Jugendländervergleichskampf) Mitte September in Lübeck organisierte der TSV Nusse ein 2-tägiges Trainingslager für den Schleswig-Holsteinischen D-Kader im Forst Salem bei Ratzeburg. Leider gab es in der Vorbereitung auf die Trainingseinheiten erhebliche Einschränkungen durch den Förster, der eine großen Teil der Karte aufgrund beginnender Holzeinschlagsarbeiten für den OL gesperrt hatte. Diese Einschränkungen mussten natürlich bei der Bahn- und Routenplanung berücksichtigt werden.
Letztlich fanden sich ca. 30 Kinder und Jugendliche und betreuende Eltern, vornehmlich aus den Vereinen TSV Preetz und der Lübecker Turnerschaft, pünktlich zum Start der ersten Trainingseinheit um 10 Uhr vormittags im Wald ein.
Auf dem Programm der ersten Einheit stand ein Höhenlinien-OL, d.h. ein Lauf auf einer „reduzierten OL-Karte“ ohne Wege/Pfade/Schneisen. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrung der Jugendlichen Kinder und der Altersunterschiede kam ein Lauf auf einer reduzierten OL-Karte nicht für alle in Frage. Aus diesem Grund gab es noch 2 zusätzliche alters- und erfahrungsangepasste Trainings. Für die etwas erfahreneren und älteren Kinder (bis D/H14) gab es einen Korridor-OL, bei dem ein Großteil der Karte „weiß“ ist und nur ein schmaler Korridor zwischen den Kontrollposten auf der Karte zu erkennen ist. In diesem Fall sind allerdings sämtliche Kartendetails in dem Korridor zu erkennen.
Sowohl bei Höhenlinien-OL als auch bei Korridor-OL kommt es auf die richtige Nutzung des Kompasses an und beim Höhenlinien-OL zusätzlich auf das „richtige Lesen und Interpretieren“ der Linien.

Für die jüngsten Teilnehmer/-innen, mit noch wenig OL-Erfahrung, wurde zusätzlich ein Linien-OL angeboten, bei dem es darum ging, die auf der abgelaufenen Linie gefundenen Posten diese richtig in die Karte einzuzeichnen. Interessanterweise zeichneten fast alle Kinder einen „Phantom-Posten“ ein, den es auf der Linie allerdings nicht gab.
Glücklicherweise blieb das Wetter während des Trainingsstabil und es schien zum Teil auch die Sonne, so dass alle Teilnehmer die Mittagspause trocken in die Schutzhütte verbringen konnten. Anders sah es allerdings für die Posteneinholer- und Postensetzer für die Nachmittagseinheit aus. Pünktlich zur Mittagspause setzten heftige Regengüsse ein, die über ~ 2 Stunden dauerten. „Nass bis auf die Knochen“ kam der Postensetzer Martin Nolte aus dem Wald, aber alle Postenständer und SI-Stationen waren pünktlich zur zweiten Einheit vorbereitet.
Die Nachmittagseinheit bestand aus einem Mitteldistanz-OL mit Zeitnahme. Hier waren 2 Strecken von 2,0km und 2,8km vorbereitet worden. Auch wenn die Streckenlängen etwas kurz erscheinen mögen, so muss berücksichtigt werden, dass der Wald sehr schwer zu belaufen ist. Die Sichtweise ist größtenteils eingeschränkt, die Schneisen und Pfade ruppig und schwer zu belaufen. Hinzu kommt das im Salemer Forst das invasive „Drüsige oder indische Springkraut“ als Neophyt mit bis zu 2m hohen sehr dicht stehenden Pflanzen, die Schneisenanfänge oder auch Schneisen selbst sehr schwer erkennbar machen. So war auch der Normal-OL eine gute Herausforderung für die jungen OL’er, die diesen Wettkampf mit guten Zeiten und Bravour bestanden.



Für die Kinder und Jugendlichen ging es danach zur Erholung und zur Übernachtung mit Pizza-Party auf den Zeltplatz am Salemer See. Ob jemand mutig genug war im Salemer See zu baden, ist nicht bekannt.
Für die Organisatoren allerdings bedeutete das Ende der Trainingseinheit noch lange nicht das Ende des OL-Tages. Das Einholen der SI-Stationen/Posten der Nachmittagseinheit stand auf dem Programm sowie die Vorbereitung auf die Trainingseinheit (Staffelstart-Übungen) am Sonntag, d.h. das neuerliche Ausbringen der Posten in den Wald.
Glücklicherweise blieb das Wetter über Nacht trocken, so dass am Sonntag, pünktlich um 10 Uhr und mit viel Sonnenschein mit der 3. und letzten Trainingseinheit gestartet werden konnte.

Auch hier musste aufgrund des unterschiedlichen Alters und Erfahrung das Training angepasst werden. Die erfahrensten OL’er und auch Erwachsene-OL’er nahmen am Staffelstart-Training teil. Ziel dieses Trainings war es eine Staffelstartatmosphäre zu schaffen, die immer mit Stress verbunden ist und bei der es darum geht nicht Blindlings einem anderen Läufer hinterher zu laufen, sondern sich auf die eigene Strecke zu konzentrieren und genau zu orientieren, da die Kontrollposten gerade bei einem Staffellauf sehr dicht zusammenliegen können. Mit 9 Startern konnte diese Situation geschaffen werden. Zwischen Start und Ziel gab es maximal 2 Posten, die Strecke betrug max. 1km, so dass 4 Startstarts durchgeführt werden konnten. Durch Codierung der Kontrollposten konnte im Ziel sehr schnell geprüft werden, ob der Läufer auch die richtigen Posten angelaufen hatte. Wer die richtigen Posten angelaufen hatte bekam einen Bonus-Punkt und wer zusätzlich als erster im Ziel ankam, bekam einen weiteren Bonus-Punkt.

am letzten Ziepostenl
Nach 4 Starts konnte der Sieger max. 8 Punkte erreichen. Bei den Erwachsenen hieß der Sieger Junes Harlaß und bei den Jugendlichen lag Raika Harlaß vorne.
Beispiel des ersten Staffelstarts mit Versatzposten:



Für die weniger erfahrenen Jugendlichen gab es 2 Optionen. Die erste Option einen Gedächtnis-OL durchzuführen, d.h. man muss sich die Karte am Start zum 1. Posten einprägen und aus dem Gedächtnis laufen, am 1. Kontrollposten hängt dann ein weiterer Kartenausschnitt mit der Karte von Posten 1 zu Posten 2 usw. . Die noch unerfahrenen Jugendlichen hatten dann als Alternative den Gedächtnis-OL auch als Linien-OL zu absolvieren. Auch hier wurden die Kinder gefordert, aber nicht überfordert, so dass die Kinder mit einem guten Gefühl die Heimreise antreten konnten.
Als Ausrichter des Trainingslagers hoffen wir, dass wir allen Kindern und Jugendlichen ein anspruchsvolles Trainingslager anbieten konnten und sie nun gut vorbereitet in den in 2 Wochen beginnenden Jugendländervergleichskampf starten können.
Aud diesem Weg möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei den Organisationshelfern des Trainingslagers bedanken, ohne die eine so komplexe Veranstaltung kaum zu meistern gewesen wäre. Insbesondere geht mein Dank an:
– Frida Maaß; – Silvia Nolte; – Martin Nolte; – Finn Nolte und – Marika Ciba sowie den betreuenden Eltern.
Christian Nolte
